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:: Die Kapital-Verbrecher
Jetzt reicht´s aber endgültig. Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland werden die Gierigen immer gieriger. Zuerst verlangen die Großbanker Milliarden Euro oder Dollar vom Staat, also vom Steuerzahler, und zahlen dann Millionen an Boni für ihre Investment-Banker.
Zum Glück waren sich in dieser Woche CDU- und SPD-Politiker darin einig, dass diese unerträgliche Habgier zu Lasten der Gesellschaft, der Sparer und der Kleinanleger nicht länger geduldet werden darf.
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In den USA hat die Bank Merril Lynch kurz vor der Übernahme durch die Bank of America noch heimlich 3.6 Milliarden US-Dollar Boni überwiesen. In Deutschland wollen jetzt Investment-Banker allein bei der Dresdner Bank nach der Übernahme durch die Commerzbank Boni-Zahlungen in Höhe von 400 Millionen Euro notfalls gerichtlich durchsetzen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kritisiert diese Forderungen der Investmentbanker als „dreist und maßlos“. Und in den USA platzte sogar dem Präsidenten der Kragen. Die Boni-Gelder der Banker nannte Barack Obama im Fernsehen „schändlich und beschämend“.
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Auch die Forderung der deutschen Investmentbanker ist moralisch nicht haltbar. Aber wer hat denn die Krise verursacht?  Doch nicht die Steuerzahler. „Die neuen Boni-Forderungen grenzen an den Tatbestand der Untreue“, kommentiert die Schutzvereinigung ("Banker-Boni unter Beschuss").
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Die Bundekanzlerin zu Recht: „Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonus-Summen auszahlen.“ Vizekanzler Steinmeier sprach von „Realitätsverlust und Zynismus“, Innenminister Schäuble von „Exzessen“. Jetzt muss der Gesetzgeber rasch eingreifen, um den geplanten Missbrauch von Steuergeldern endgültig zu stoppen.
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Im Angesicht der Forderungen der Kapital-Verbrecher unter den Investment-Bankern fällt einem nur noch die Erkenntnis von Bert Brecht ein: Was ist schon der Einbruch in eine Bank gegenüber der Gründung einer solchen?
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Was Investment-Banker selbst jetzt in der großen Krise noch fordern, ist die Perfektion der Perversion.
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Kennen Sie, liebe Leser, den Unterschied zwischen Kommunismus und Kapitalismus? Im Kommunismus werden die Banken zuerst verstaatlicht und danach gehe sie pleite. Im Kapitalismus ist es umgekehrt. Hier gehen sie zuerst pleite und danach werden sie verstaatlicht.
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Das System ist inzwischen relativ egal. Wenn ein politisches System zugrunde gerichtet wird – vor 20 Jahren der Kommunismus durch Machtgier und heute der Kapitalismus durch Habgier – handelt es sich in erster Linie um ein Versagen der Eliten. Noch können wir uns wehren. Wir sollten nur noch Parteien wählen, die den Habgierigen das Handwerk legen und wir sollten die entsprechenden Banken boykottieren.
© Franz Alt 2009
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