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:: Bündnis von „Alternativen Nobelpreisträgern“ fordert weltweiten Atomausstieg
+ 29.03.2011 + Alternative Nobelpreisträger und Mitglieder des World Future Council veröffentlichen gemeinsame Erklärung zur Nuklearkatastrophe in Japan.
In einer gemeinsamen Erklärung fordern 50 Träger des „Alternativen Nobelpreises“ und Mitglieder des World Future Council, weltweit Atomkraftwerke abzuschaffen und sie durch alternative Energieformen zu ersetzen.
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„Atomkraft ist weder die Antwort auf moderne Energieprobleme, noch ein Wundermittel für die Herausforderungen des Klimawandels. Probleme können nicht gelöst werden, indem man neue Probleme schafft“, heißt es in der Erklärung von Experten, Aktivisten, Politikern, Geistlichen, Unternehmern und Wissenschaftlern aus 26 Ländern.
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Zu den Unterzeichnern zählen die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai aus Kenia, Vandana Shiva, Umweltaktivistin, und Ashok Khosla, Ko-Präsident des Club of Rome, beide aus Indien, Maude Barlow, UN Beraterin aus Kanada, Hafsat Abiola-Costello, Menschenrechtlerin aus Nigeria, Alexander Likhotal aus Russland, Präsident des Green Cross International, der Brasilianer Francisco Whitaker Ferreira, Mitbegründer des Welt Sozialforums und Erwin Kräutler, Österreicher und Bischof in Brasilien.
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Gemeinsame Erklärung zur Nuklearkatastrophe in Japan
Hamburg, 29. März 2011
Den Menschen in Japan, die das verheerende Erdbeben, den Tsunami und die folgenreiche Havarie des Fukushima Daiichi Atomkraftwerkes erleiden müssen, möchten wir unsere tiefste Anteilnahme aussprechen. Unsere Anerkennung gilt den tapferen Menschen, die ihr Leben riskieren, um das Ausströmen gewaltiger Mengen an Radioaktivität aus den zerstörten Nuklearreaktoren und Brennelementen zu verhindern.
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Die Katastrophe in Japan zeigt uns wieder ganz deutlich, dass wir Menschen gefährliche Technologien nicht unfallfrei betreiben können. Naturkatastrophen können in Kombination mit menschlichem Versagen eine mächtige Kraft entwickeln und auch die besten Vorkehrungen zunichtemachen. Unsere Hybris, auf menschliche Perfektion zu vertrauen, hat in der Vergangenheit schon zu anderen, bedeutenden Störfällen geführt und wird dies wieder tun. Was in Japan durch die Verbindung von Naturkatastrophe und menschlichem Versagen geschehen ist, kann anderswo mit Absicht herbeigeführt werden, etwa durch Terroranschläge oder kriegerische Angriffe.
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Neben den Gefahren durch Unfälle oder absichtliche Zerstörung bedrohen Atomkraftwerke auch auf andere Weise die Menschheit und ihre Zukunft. Atomenergie produziert große Mengen an radioaktivem Müll, der länger hochgiftig bleiben wird als es die menschliche Zivilisation gegeben hat. Es gibt bisher keine Langzeitlösung für den Umgang mit der Gefahr, die dieser radioaktive Müll für die Umwelt und die menschliche Gesundheit darstellt. Hinzukommt, dass Subventionen für Atomkraftwerke finanzielle und menschliche Ressourcen binden, die für die Entwicklungen sicherer und zuverlässigerer Energieformen eingesetzt werden könnten.
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Schließlich verwenden und produzieren Atomkraftwerke spaltbares Material, das ebenfalls für die Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann und somit erwiesenermaßen die Verbreitung unterstützt. Zahlreiche Länder haben zivile Atomprogramme bereits dafür genutzt, spaltbares Material für Nuklearwaffen herzustellen. Weitere Länder, insbesondere solche mit Anlagen zur Aufbereitung von Plutonium und zur Anreicherung von Uran, könnten dem Beispiel folgen, wenn sie wollten. Der Ausbau von Atomenergie wird die Welt nicht nur gefährlicher machen, sondern es auch erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen, das Ziel einer atomwaffenfreien Welt zu erreichen.
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Atomkraft ist weder die Antwort auf moderne Energieprobleme, noch ein Wundermittel für die Herausforderungen des Klimawandels. Probleme können nicht gelöst werden, indem man neue Probleme schafft. Atomenergie rechnet sich nicht für die Wirtschaft, nicht für die Umwelt und nicht für die Gesellschaft. Von allen Energieformen ist Atomkraft am kapitalintensivsten, ihre Stilllegung ist unerschwinglich teuer und die finanzielle Belastung läuft weiter, auch wenn das Werk längst geschlossen ist.
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Die Tragödie in Japan hat weltweit Aufmerksamkeit auf die extremen Gefahren von Atomenergie gelenkt. So gravierend diese Gefahren auch sind – von Atomwaffen, von ihrem Besitz, ihrem Drohpotential und ihrem möglichen Einsatz geht eine noch größere Bedrohung aus. Atomwaffen können die Zivilisation vernichten und das Leben auf unserem Planeten nahezu vollständig zerstören.
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Wir ziehen aus dem Störfall in Japan die Konsequenz, dass die menschliche Gesellschaft, ob sie nun im Eigeninteresse handelt oder als Treuhänder für zukünftige Generationen, überall auf der Welt eine viel größere Sorgfalt walten lassen muss, wenn es um den Umgang mit einer Technologie geht, die das Potential zur Massenvernichtung hat. Wir sollten solche Technologien auslaufen lassen, sie abschaffen und schlussendlich durch Alternativen ersetzen, die heutige und zukünftige Generationen nicht bedrohen. Dies gilt sowohl für Atomwaffen als auch für Atomkraftwerke. Die Unterzeichner finden Sie hier
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